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Umschulung zum Erzieher 2026: Ablauf, Kosten & Förderung

Marcel von quereinstieg.com
Marcel von quereinstieg.com
14 Min. Lesezeit
Umschulung zum Erzieher 2026: Ablauf, Kosten & Förderung

Du spürst, dass dein aktueller Job dich nicht mehr erfüllt – und die Arbeit mit Kindern hat dich schon immer fasziniert? Dann könnte die Umschulung zum Erzieher genau der richtige Schritt für dich sein. In Deutschland fehlen laut Expertenschätzungen über 100.000 Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung. Die Chancen für Quereinsteiger waren noch nie so gut wie jetzt.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die Umschulung zum Erzieher wissen musst: von den Voraussetzungen über Ablauf und Finanzierung bis hin zu Gehalt und Karrierechancen. Egal ob du aus der Pflege, dem Büro oder dem Handwerk kommst – hier findest du deinen Weg in einen der gefragtesten sozialen Berufe mit Umschulung erreichen.

100.000+fehlende Erzieher bundesweit
2–3 JahreDauer der Umschulung
Bis zu 100 %Förderung durch Bildungsgutschein

Was bedeutet Umschulung zum Erzieher – und für wen ist sie geeignet?

Bevor du den ersten Schritt machst, ist es wichtig zu verstehen: Was genau ist eine Umschulung – und wie unterscheidet sie sich von einer Erstausbildung oder einem Quereinstieg?

Umschulung bedeutet, dass du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hast und dich nun in einen neuen Beruf qualifizierst. Die Umschulung zum Erzieher führt zum selben Abschluss wie die reguläre Ausbildung – der staatlichen Anerkennung als Erzieher oder Erzieherin. Der Unterschied: Umschulungen sind oft verkürzt und können über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gefördert werden.

Ein Quereinstieg hingegen ermöglicht in einigen Bundesländern den Berufseinstieg auch ohne vollständige Erzieherausbildung – etwa über verkürzte Programme oder berufsbegleitende Qualifizierungen. Mehr dazu erfährst du im Artikel Berufswechsel zum Erzieher: Was du wissen musst.

Typische Ausgangsberufe für die Erzieher-Umschulung

Die Umschulung zum Erzieher steht grundsätzlich Menschen aus allen Branchen offen. Besonders häufig wechseln Personen aus diesen Bereichen:

  • Pflege und Gesundheit: Krankenpfleger, Altenpfleger, medizinische Fachangestellte
  • Sozialarbeit und Pädagogik: Sozialassistenten, Schulbegleiter, Tagespflegepersonen
  • Büro und Verwaltung: Bürokaufleute, Verwaltungsfachangestellte
  • Handwerk und Einzelhandel: Friseure, Einzelhandelskaufleute, Floristen
  • Gastronomie und Hotellerie: Köche, Hotelfachleute

Was du persönlich mitbringen solltest

Neben formalen Voraussetzungen sind persönliche Eigenschaften entscheidend:

  • Empathie und echtes Interesse an der Entwicklung von Kindern
  • Belastbarkeit – der Alltag in der Kita ist intensiv und laut
  • Teamfähigkeit – du arbeitest eng mit Kollegen und Eltern zusammen
  • Kreativität und Freude am Gestalten von Lernumgebungen
  • Geduld und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein

Voraussetzungen für die Umschulung zum Erzieher

Die genauen Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Bundesland, aber es gibt gemeinsame Grundanforderungen, die du kennen solltest.

Schulische Mindestanforderungen:

  • In der Regel ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss oder gleichwertig)
  • In einigen Bundesländern reicht ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung

Berufliche Voraussetzungen:

  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung (mindestens 2 Jahre) oder
  • Mehrjährige einschlägige Berufserfahrung im sozialen Bereich oder
  • Eine Tätigkeit als Kinderpfleger, Sozialassistent oder in der Tagespflege

Keine Altersgrenze: Es gibt keine gesetzliche Altersgrenze für die Umschulung zum Erzieher. Ob du 25, 40 oder 55 bist – entscheidend sind deine Motivation und Eignung. Viele erfolgreiche Umschüler starten in ihren 30ern und 40ern.

Sprachkenntnisse: In der Regel werden Deutschkenntnisse auf B2-Niveau vorausgesetzt. Zusätzlich kann ein erweitertes Führungszeugnis sowie ein ärztliches Attest verlangt werden.

Voraussetzungen nach Bundesland im Überblick

Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland erheblich. Hier ein Überblick für die wichtigsten Länder:

BundeslandSchulabschlussBerufliche VoraussetzungBesonderheiten
BayernMittlerer SchulabschlussAbgeschlossene Ausbildung oder 4 Jahre BerufserfahrungVorabpraktikum empfohlen
NRWMittlerer Schulabschluss (FOR)Abgeschlossene Berufsausbildung im sozialen Bereich oder BerufspraktikumPiA-Modell sehr verbreitet
BerlinMittlerer SchulabschlussAbgeschlossene Berufsausbildung oder 3 Jahre BerufstätigkeitQuereinstieg über Nichtschülerprüfung möglich
Baden-WürttembergMittlerer SchulabschlussAbgeschlossene Berufsausbildung oder 1 Jahr VorpraktikumBerufskolleg als Vorstufe möglich
HamburgMittlerer SchulabschlussAbgeschlossene Berufsausbildung oder FachhochschulreifeVerkürzte Ausbildung für Sozialpädagogische Assistenten

Wie läuft die Umschulung zum Erzieher ab? Ablauf und Dauer

Die Umschulung zum Erzieher folgt einem klaren Aufbau, der Theorie und Praxis miteinander verbindet. Am Ende steht die staatliche Anerkennung als Erzieher oder Erzieherin – ein bundesweit anerkannter Abschluss.

  1. 1

    Aufnahme an der Fachschule

    Bewerbung und Aufnahmeprüfung an einer staatlichen oder privaten Fachschule für Sozialpädagogik.

  2. 2

    Theoretische Ausbildung

    Unterricht in Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Recht, Musik, Kunst und Bewegungserziehung.

  3. 3

    Praxiseinsätze in Einrichtungen

    Begleitete Praktika in Kitas, Horten oder Jugendhilfeeinrichtungen während der Ausbildung.

  4. 4

    Zwischenprüfungen

    Regelmäßige Leistungsnachweise und Prüfungen zur Sicherung des Lernfortschritts.

  5. 5

    Anerkennungsjahr (Berufspraktikum)

    Einjährige Praxisphase in einer sozialpädagogischen Einrichtung unter fachlicher Anleitung.

  6. 6

    Staatliche Anerkennung

    Nach erfolgreicher Abschlussprüfung und Anerkennungsjahr erhältst du den Titel 'Staatlich anerkannte/r Erzieher/in'.

Vollzeit-Umschulung: Schnell zum Abschluss

Die Vollzeit-Umschulung ist der schnellste Weg zum Erzieherabschluss. Du besuchst die Fachschule in der Regel an fünf Tagen pro Woche und absolvierst den Theorieteil in etwa zwei Jahren. Anschließend folgt das Anerkennungsjahr.

Für wen geeignet: Personen ohne aktuelle Beschäftigung, Arbeitssuchende mit Bildungsgutschein, alle, die den Abschluss möglichst schnell erreichen möchten.

Vorteile: Kürzere Gesamtdauer, intensives Lernen, volle Konzentration auf die Ausbildung.

Berufsbegleitende Umschulung: Lernen ohne Job aufzugeben

Die berufsbegleitende Variante richtet sich an Menschen, die parallel weiterarbeiten möchten oder familiäre Verpflichtungen haben. Der Unterricht findet abends, an Wochenenden oder in Blockwochen statt.

Für wen geeignet: Berufstätige, Eltern in Teilzeit, Personen, die auf ihr Einkommen nicht verzichten können.

Vorteile: Kein Verdienstausfall, Praxiserfahrung parallel zum Lernen, bessere Vereinbarkeit mit Familie.

KriteriumVollzeitBerufsbegleitend
Dauer2 Jahre + Anerkennungsjahr3–4 Jahre (inkl. Anerkennungsjahr)
UnterrichtszeitenMontag–Freitag, ganztagsAbends, Wochenende oder Blockwochen
KostenOft per Bildungsgutschein gefördertSchulgeld möglich, Aufstiegs-BAföG nutzbar
FlexibilitätGering – Vollzeitpräsenz nötigHoch – Arbeit und Lernen parallel
EignungArbeitssuchende, GeförderteBerufstätige, Eltern

Finanzierung der Umschulung: So bezahlst du deine Ausbildung

Die Frage nach den Kosten ist für viele Quereinsteiger die größte Hürde. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten, die deine Umschulung teilweise oder vollständig finanzieren können.

Wichtigste Förderwege im Überblick:

  • Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit – übernimmt bis zu 100 % der Kurskosten
  • Jobcenter-Förderung für ALG-II-Empfänger – Kursgebühren plus Lebenshaltungskosten
  • Aufstiegs-BAföG (AFBG) – Zuschüsse (nicht rückzahlbar) plus zinsgünstiges Darlehen
  • Praktikumsgehalt im Anerkennungsjahr – viele Einrichtungen zahlen eine Vergütung
  • Stipendien und Stiftungen – etwa die SBB-Stiftung oder das Weiterbildungsstipendium

Realistische Kosten: An staatlichen Fachschulen ist die Ausbildung oft kostenfrei. Private Bildungsträger verlangen Schulgeld zwischen 100 und 500 Euro monatlich. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten, Fahrtkosten und Lernmaterialien.

Bis zu 100 %der Kurskosten über Bildungsgutschein
Ca. 934 €Aufstiegs-BAföG-Zuschuss (max. monatlich)
1.000–1.600 €Praktikumsgehalt im Anerkennungsjahr

Bildungsgutschein beantragen: Schritt für Schritt

Der Bildungsgutschein beantragen für deine Erzieher-Umschulung ist der wichtigste Förderschritt. So gehst du vor:

  1. 1

    Beratungstermin vereinbaren

    Buche einen Termin bei deiner zuständigen Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter.

  2. 2

    Eignung und Notwendigkeit nachweisen

    Erkläre, warum die Umschulung zum Erzieher für deine berufliche Eingliederung notwendig ist.

  3. 3

    Kurs und Anbieter auswählen

    Recherchiere zertifizierte Bildungsträger und wähle einen passenden Kurs aus.

  4. 4

    AZAV-Zertifizierung prüfen

    Stelle sicher, dass der gewählte Anbieter eine gültige AZAV-Zertifizierung besitzt – das ist Voraussetzung für den Bildungsgutschein.

  5. 5

    Gutschein einlösen und starten

    Reiche den Bildungsgutschein beim Anbieter ein und beginne deine Umschulung.

Umschulung mit Gehalt: Geht das?

Ja, in vielen Fällen bekommst du während der Umschulung Geld:

  • Umschulungsgeld: Wer ALG I bezieht, erhält weiterhin Leistungen in vergleichbarer Höhe während der geförderten Umschulung.
  • Unterhaltsgeld: Auch Personen ohne ALG-I-Anspruch können unter bestimmten Voraussetzungen Unterhaltsgeld von der Agentur für Arbeit erhalten.
  • Aufstiegs-BAföG-Zuschuss: Ein Teil des Aufstiegs-BAföG ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss – das heißt, du musst ihn nicht zurückzahlen.
  • Praktikumsgehalt: Im Anerkennungsjahr zahlen viele Kitas und Einrichtungen eine Vergütung zwischen 1.000 und 1.600 Euro brutto. Weitere Informationen zu deinen finanziellen Möglichkeiten findest du unter Gehalt während der Umschulung: Was steht dir zu?.

Wo kannst du die Umschulung zum Erzieher machen? Schulen und Anbieter

Die Wahl des richtigen Ausbildungsortes ist entscheidend für deinen Erfolg. Grundsätzlich gibt es zwei Wege:

Staatliche Fachschulen für Sozialpädagogik sind die erste Anlaufstelle. Sie bieten die klassische Erzieherausbildung an, sind in der Regel kostenfrei und führen zur staatlichen Anerkennung. Staatliche Fachschulen gibt es in fast allen größeren Städten und vielen Landkreisen.

Private Bildungsträger mit AZAV-Zertifizierung bieten oft flexiblere Modelle an – etwa mit Blended-Learning-Anteilen oder intensiveren Betreuungskonzepten. Sie erheben meist Schulgeld, sind aber häufig über den Bildungsgutschein förderfähig.

Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest:

  • AZAV-Zertifizierung – Pflicht für Bildungsgutschein-Förderung
  • Praxispartner – Hat der Anbieter Kooperationen mit Kitas und Einrichtungen?
  • Erfahrungsberichte – Was sagen ehemalige Teilnehmer?
  • Lage und Erreichbarkeit – Pendelzeit realistisch einplanen
  • Betreuungsquote – Wie groß sind die Klassen?

Umschulung zum Erzieher online: Was ist möglich?

Eine vollständig online absolvierbare Umschulung zum Erzieher gibt es nicht – und das hat einen guten Grund: Die Pflichtpraktika in Kindertageseinrichtungen sind ein zentraler Bestandteil der Ausbildung und lassen sich nicht digital ersetzen.

Allerdings bieten immer mehr Anbieter hybride Modelle an: Die Theoriephasen finden teilweise online statt, während die Praxisphasen vor Ort absolviert werden. Das kann besonders für Berufstätige oder Eltern eine echte Erleichterung sein.

KriteriumStaatliche FachschulePrivater Bildungsträger
KostenIn der Regel kostenfrei100–500 Euro/Monat Schulgeld
FlexibilitätFeste UnterrichtszeitenOft flexiblere Modelle, teils online
AnerkennungStaatlich anerkanntStaatlich anerkannt (bei Akkreditierung)
FörderfähigkeitAufstiegs-BAföG, teils BildungsgutscheinBildungsgutschein (bei AZAV-Zertifizierung)
PraxispartnerRegional gut vernetztVariiert je nach Anbieter

Gehalt als Erzieher nach der Umschulung: Was verdienst du wirklich?

Eine der häufigsten Fragen vor der Umschulung: Lohnt sich der Berufswechsel finanziell? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – aber die Gehaltsaussichten sind besser als viele denken.

Einstiegsgehalt nach Tarifvertrag (TVöD SuE): Berufseinsteiger werden in der Regel in Entgeltgruppe S 8a eingruppiert. Das entspricht einem Bruttogehalt von etwa 2.800 bis 3.400 Euro monatlich – je nach Bundesland und Stufe.

Gehaltsentwicklung: Mit zunehmender Berufserfahrung steigst du automatisch in höhere Stufen auf. Nach fünf Jahren liegt das Gehalt typischerweise bei 3.400 bis 3.800 Euro brutto. Als Kita-Leitung sind Gehälter von 4.000 bis 4.900 Euro brutto realistisch.

Zusatzleistungen bei öffentlichen Trägern:

  • Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt anteilig)
  • Zusatzversorgung im Alter (ZVK)
  • 30 Tage Urlaub
  • Ggf. SuE-Zulage und Regenerationstage
2.800–3.400 €Einstiegsgehalt brutto/Monat
3.400–3.800 €Gehalt nach 5 Jahren
4.000–4.900 €Gehalt als Kita-Leitung

Öffentlich vs. privat: Öffentliche Träger (Kommunen, Länder) zahlen nach Tarifvertrag und bieten in der Regel die besten Konditionen. Kirchliche Träger orientieren sich meist am TVöD, liegen aber teils leicht darunter. Private Kitas zahlen unterschiedlich – manche über, manche unter Tarif.

Gehalt nach Bundesland: Wo verdienen Erzieher am meisten?

BundeslandEinstiegsgehalt (brutto)Nach 5 Jahren (brutto)Tendenz
Bayern3.100–3.400 €3.500–3.800 €Überdurchschnittlich
Baden-Württemberg3.000–3.300 €3.400–3.700 €Überdurchschnittlich
NRW2.900–3.200 €3.300–3.600 €Durchschnittlich
Berlin3.000–3.300 €3.400–3.700 €Überdurchschnittlich (Zulagen)
Sachsen2.800–3.000 €3.200–3.400 €Unter Durchschnitt, aufholend

Karrierechancen und Jobaussichten nach der Umschulung

Der Fachkräftemangel im Erziehungsbereich ist kein vorübergehendes Phänomen – er wird sich in den kommenden Jahren sogar noch verschärfen. Das bedeutet für dich: Nach der Umschulung hast du ausgezeichnete Jobchancen, und zwar bundesweit.

Laut der Fachkräfteoffensive des BMFSFJ und aktuellen Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) fehlen in Deutschland über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und der Ausbau der Ganztagsbetreuung verstärken diesen Bedarf zusätzlich.

100.000+unbesetzte Erzieher-Stellen bundesweit
98 %Übernahmequote nach Ausbildung
WachsendBedarf durch Ganztagsausbau

Deine Einsatzbereiche als Erzieher:

  • Kindertagesstätten (Kitas) – der klassische Arbeitsplatz
  • Horte und Ganztagsschulen – Betreuung von Schulkindern
  • Heimerziehung – Wohngruppen für Kinder und Jugendliche
  • Frühförderung – Unterstützung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen
  • Jugendhilfe – Beratung und Begleitung von Familien
  • Erziehungsberatung – therapeutisch orientierte Arbeit

Weiterbildung nach der Umschulung: Deine nächsten Schritte

Nach der staatlichen Anerkennung stehen dir zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten offen:

  • Kita-Leitung: Mit einer Zusatzqualifikation in Sozialmanagement oder Leitungskompetenz
  • Heilpädagogik: Spezialisierung auf die Arbeit mit Kindern mit besonderem Förderbedarf
  • Motopädagogik: Bewegungsorientierte Förderung von Kindern
  • Studium Soziale Arbeit oder Kindheitspädagogik: Mit dem Erzieherabschluss hast du in vielen Bundesländern die Berechtigung zum Studium
  • Selbstständigkeit: Als Tagesmutter oder Tagesvater kannst du auch auf eigene Rechnung arbeiten

Erfahrungsberichte: Quereinsteiger erzählen von ihrer Umschulung

Theorie ist wichtig – aber wie sieht die Umschulung im echten Leben aus? Hier teilen drei Quereinsteiger ihre Erfahrungen.

Tipps von Absolventen:

  • Nutze jede Möglichkeit, vor der Umschulung ein Praktikum in einer Kita zu machen – so weißt du, worauf du dich einlässt.
  • Suche dir frühzeitig eine Lerngruppe – gemeinsam lernt es sich leichter.
  • Sprich offen mit deiner Familie über die Belastungen und plane gemeinsam.
  • Lass dich nicht entmutigen, wenn die erste Prüfung schwerfällt – die meisten Umschüler bestehen am Ende mit guten Noten.

Jetzt starten: So bewirbst du dich für die Umschulung zum Erzieher

Du hast dich informiert und bist bereit für den nächsten Schritt? Dann folge dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. 1

    Selbstcheck durchführen

    Prüfe die Voraussetzungen deines Bundeslandes: Schulabschluss, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse. Nutze die Checkliste weiter oben.

  2. 2

    Beratungsgespräch buchen

    Vereinbare einen Termin bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Schildere deinen Berufswunsch und frage nach Fördermöglichkeiten.

  3. 3

    Fachschule oder Bildungsträger recherchieren

    Suche über die KURSNET-Datenbank oder die Schulsuche deines Bundeslandes nach zertifizierten Anbietern in deiner Nähe.

  4. 4

    Bewerbungsunterlagen zusammenstellen

    Du brauchst in der Regel: Lebenslauf, Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Motivationsschreiben und ein erweitertes Führungszeugnis.

  5. 5

    Aufnahmeprüfung vorbereiten

    Viele Fachschulen führen ein Auswahlgespräch oder einen Eignungstest durch. Bereite dich auf Fragen zu deiner Motivation und pädagogischen Erfahrung vor.

  6. 6

    Förderantrag stellen

    Reiche den Bildungsgutschein oder deinen Aufstiegs-BAföG-Antrag rechtzeitig ein – am besten parallel zur Bewerbung an der Fachschule.

Hilfe bei der Bewerbung findest du in unserem Artikel Bewerbung für die Erzieherausbildung als Quereinsteiger. Und wenn du dich direkt auf Stellen in der Kinderbetreuung bewerben möchtest, findest du passende Vorlagen unter Bewerbungsmuster für Quereinsteiger in der Kinderbetreuung.

Typische Aufnahmeverfahren an Fachschulen:

  • Eignungsgespräch: Du erklärst deine Motivation und beantwortest Fragen zu deiner Eignung für den Erzieherberuf.
  • Schriftlicher Test: Manche Schulen prüfen Allgemeinwissen, Deutsch und Grundlagen der Pädagogik.
  • Probeunterricht: In seltenen Fällen nimmst du an einem Tag am regulären Unterricht teil.

Weitere Informationen zum offiziellen Berufsbild und den Zugangsvoraussetzungen findest du beim Berufsbild Erzieher/Erzieherin der Bundesagentur für Arbeit. Aktuelle Statistiken zur Beschäftigungssituation in Kindertageseinrichtungen bietet das Statistische Bundesamt (Destatis).